Am 14. Oktober 2021 machten wir uns vormittags auf den Weg in die Innere Stadt. Bei der Virgilkapelle trafen wir uns mit Klara, die eine Geschichtsspezialistin ist. Gleich spazierten wir weiter zum Wahrzeichen unserer Stadt, dem Stephansdom und begaben uns auf die Suche nach der Zeit. Wir betrachteten die Innenstadt einmal mit anderen Augen und waren überrascht, wie viele verschiedene Uhren es hier zu entdecken gab: Von der Sonnenuhr bis zur Monduhr, der Würfeluhr bis zur ältesten Digitaluhr Wiens. Auf unserer weiteren Entdeckungsreise ging es über den Graben bis zur Hofburg. Die verschiedenen Uhren, die wir gemeinsam entdecken konnten, erzählten uns auch viel über die Geschichte der Zeitmessung. Wir erfuhren wie lange es bereits Uhren gibt und wie Menschen lebten, bevor sie die Zeit überhaupt messen konnten.  Die Kinder der 2b lernten einiges über Sonne, Mond und Sterne und fanden heraus, welchen Einfluss die Möglichkeit der Zeitmessung auf den Umgang mit der Zeit hat. Warum vergeht die Zeit manchmal so schnell und andere Male so langsam – und wie spät ist es eigentlich gerade?  Zum Zeitempfinden der Schüler machten wir abschließend einige Aktionsübungen. Danach hatten sich die Kinder eine Jause auf einem sonnigen Plätzchen redlich verdient.

SB, 2b

Am 7.Oktober 2021 machte sich die 2b bei regnerischen Herbstwetter auf den Weg ins Theatermuseum. Passend zu unserem Sachunterrichtsthema „Zeit“ besuchten wir den Theaterworkshop Jahreszeitenspiel. Zuerst einmal waren wir aber alle beeindruckt von den wunderschönen Räumlichkeiten im Palais Lobkowitz. Dort wo zahlreiche Werke Beethovens aufgeführt wurden und er sich auch oft als Gast aufhielt, wurden wir herzlich empfangen. Über eine steile Metallrutsche ging es mit dem Teppich in die Workshopräumlichkeiten. Das war schon ein großer Spaß!

Anschließend wurde das Stück von der Sonne, die durch das Jahr wandert vorgestellt. Jeder durfte beispielsweise mal Regen, Blitz, Donner, Sturm oder Schnee sein.

Abschließend begann die große Vorstellung auf der Theaterbühne. Die Kinder schlüpften in ihre Kostüme und präsentierten mit Stolz ihr gemeinsam erarbeitetes Stück. Es gab natürlich tobenden Applaus. Es hat allen so gut gefallen, dass wir bestimmt bald wieder einen Workshop dort besuchen werden.

SB, 2b

Wir haben uns am Rosch Chodesch Cheschwan gefreut, den neuen Vortragszyklus „שיחת צבי/Zwi-Talk“ wieder zu starten. Durch diesen soll den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe unserer AHS bewusst gemacht werden, wo in Österreich Jüdinnen und Juden überall wirken, welchen besonderen Tätigkeiten sie im gesellschaftlichen und politischen Leben unserer Gemeinde und in Österreich nachgehen.

Raw Joseph Pardess, Rabbiner der Misrachi-Gemeinde in Wien, berichtete von seiner Funktion als religiöser Richter – einem דיין. Wir lernten die vom Rabbinatsgericht in Wien abgedeckten Themengebiete kennen und was ein religiöser Richter lernen muss. Vor allem war es interessant zu hören, welche Überschneidungen es zwischen dem bürgerlichen Recht bzw. Zivilrecht in Österreich und der Rechtsprechung eines Rabbinatsgerichts gibt. Fragen der Schülerschaft und auch von Lehrern rundeten diese interessante Begegnung ab.

Wir bedanken uns vielmals für den Besuch und wünschen allen חודש טוב!

Auch in diesem Jahr nahmen es sich die SchülerInnen der ZPC-Schule nicht, selbst Hand anzulegen und die Schul-Sukka zu bauen. Unter fachmännischer Anleitung vom Team der Technik steckten, schraubten und verkeilten die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen AHS die einzelnen Teile unserer großen Sukka.

Diese ist in diesem Jahr übrigens nur eine von zweien: Zum ersten Mal wird es nämlich in diesem Jahr auch eine zweite Sukka geben, die beim Eingang des Kindergartens aufgebaut sein wird. Wir freuen uns über das rege Interesse von SchülerInnen aber auch Eltern an der Möglichkeit, den Feiertag Sukkot in diesen „Laubhütten“ zu begehen, sodass die Anschaffung einer zweiten Sukka notwendig wurde.

חג שמח!

Der letzte Ausflug der diesjährigen 1. Klasse AHS führte uns nur ein paar U-Bahnstationen weit weg mitten in das Herz der Leopoldstadt, die – wie wir erfuhren – auch „Mazzes Insel“ genannt wird. Auf unserem Lehrausgang lernten wir die jüngere Geschichte unserer eigenen jüdischen Gemeinde in Wien kennen und vor allem die bunte Mischung von Juden aus den unterschiedlichen Regionen, die hier gemeinsam leben.

Dies manifestiert sich vor allem an den Bethäusern, um die es bei dieser Exkursion zentral ging. Zu Fuß besuchten wir zehn unterschiedlichen Synagogenvereine, Bethäuser, Institutionen und auch eine Geschirrmikwe. Die allermeisten Bethäuser konnten wir sogar von innen betrachten und uns ein Bild von Gleichem und Unterschiedlichem machen.

Schön war es mitanzusehen, wie bestimmte Batej Knesset diversen Schülerinnen und Schülern gänzlich neu waren und sie somit die Vielfalt innerhalb unserer Gemeinde erkundeten. Für seinen Überraschungsbesuch danken wir vor allem Oberrabbiner Engelmayer, aber auch all jenen wollen wir danken, die uns den Zutritt in ihre „heiligen Hallen“ gewährten.

Bei herrlichem Wetter durfte auch das Eis nicht zu kurz kommen und so kann man wohl sagen, dass dies ein äußerst gelungener Abschluss dieses Schuljahres war.

In der letzten Schulwochen haben wir gemeinsam mit Raw Uri und den Professoren Rittenbacher, Steyrleithner und Tobisch einen Ausflug ins „Jüdische Burgenland“ gemacht. Dabei haben wir erfahren, dass von 1670 bis 1938 in den sieben burgenländischen Gemeinden Frauenkirchen, Eisenstadt, Kobersdorf, Mattersdorf, Lackenbach, Kittsee und Deutschkreuz viele Juden ansässig waren. Diese 7 Gemeinden waren wichtige jüdische Gemeinden in der jüdisch-orthodoxen Welt und sind sogar international unter dem Namen „Schewa Kehilot“ bekannt. 1938 wurde leider die jüdische Bevölkerung von den Nationalsozialisten aus diesen Gemeinden vertrieben, so dass heute keine Juden mehr dort leben.

Der erste Stopp unseres Ausflugs war beim Weingut Hafner, einem Winzer, der koscheren Wein produziert. Wir haben viel über den Anbau und den Verkauf von Wein erfahren und u.a. auch, wo der Unterschied in der Produktion von koscherem und unkoscherem Wein liegt. So konnten wir das in diesem Schuljahr in den Unterrichtsfächern Religion und Biologie vermittelte Wissen auch angewandt sehen. Anschließend bekamen wir eine Kostprobe von weißem und rotem Traubensaft – auch der war natürlich koscher und sehr lecker.

Die Familie Hafner hat uns sehr herzlich empfangen und sich viel Zeit für die Beantwortung all unserer Fragen genommen. Selbst Gastgeschenke durften wir mitnehmen! Nach der kleinen Stärkung sind wir mit Frau Hafner in den Weingarten gefahren und konnten dort selbst bei der Pflege der Weinreben mitarbeiten. Nachdem es ein extrem heißer Tag war, haben wir einen Eindruck davon bekommen, wie anstrengend die Arbeit eines Winzers sein kann.

Abschließend haben wir noch Halt in Frauenkirchen bei der jüdischen Gedenkstätte gemacht. Sie wurde am ehemaligen Standort der Synagoge errichtet. Im Inneren befindet sich eine Thorarolle aus Bronze, Tafeln mit den Namen der vertriebenen Familien und am Boden sind noch die Fragmente von der ehemaligen Synagoge zu sehen. Mit Hilfe eines QR-Codes konnten wir uns über die Geschichte der Juden in Frauenkirchen informieren.

Es war erstaunlich zu verstehen, dass noch bis vor wenigen Jahren, außerhalb Wiens eine lebendige jüdische Gemeinde existierte.

 

Die Schülerinnen und Schüler der 3A und der 3B

 

Die Klasse 7a der ZPC-AHS besuchte im Rahmen der letzten Schulwoche die aktive jüdische Abteilung des Wiener Zentralfriedhofs, das sogenannte 4. Tor. Dort erfuhr sie einiges über den Friedhof und dessen Entstehung selbst, aber auch viel Lehrreiches über das Wesen eines jüdischen Friedhofs, wie eine rituelle Bestattung vor sich geht und was es mit den diversen Gesetzen und Bräuchen rund um einen Friedhofsbesuch auf sich hat.

Zudem erfuhren die Schülerinnen und Schüler beim Gespräch mit Vertretern des dort ansässigen Steinmetzbetriebs Schreiber Grabsteine was es mit diesem Handwerk auf sich hat und durften auch selbst Hand anlegen.

Den Jugendlichen wurde im Anschluss auch Zeit gegeben, selbst Gräber zu besuchen; den Anfang aber beschritten wir gemeinsam, nämlich beim Besuch des Grabs der ehemaligen Schülerin unseres Gymnasiums, Jenny Pani. Wir gedachten Jenny s“l dort und sprachen ein Kapitel Tehillim.

Der Lehrausgang bot einigen SchülerInnen die Möglichkeit, sich zum ersten Mal wirklich mit dem Thema Tod im Judentum auseinanderzusetzen, aber vor allem auch Fragen zu stellen und eine Barriere vor diesem zwar traurigen und ernsten, aber nichtsdestotrotz realen Bereich jüdischen Lebens zu überwinden.

Die ZPC darf ab dem Schuljahr 2020/21 den “Ing Bruno Bittmann Gedächtnispreis” vergeben.

Bruno Bittmann (1928-2020) war eine wichtige und hoch geehrte Persönlichkeit der Wiener Gemeinde. Er hatte für alle ein offenes Ohr und half, wo er konnte. Für ihn war es wichtig, dass sich jeder seiner Wurzeln bewusst ist und stolz sein Judentum zeigt; daher war ihm jüdische Bildung ein besonders Anliegen.

Ihm zu Ehren wird der Ing Bruno Bittmann Gedächtnispreis für hervorragende Vorwissenschaftliche Arbeiten aus dem Bereich Geschichte oder Jüdische Geschichte verliehen. Herzlichen Dank den Donatoren!

In diesem Jahr geht der Preis an Elisabeth E. für ihre Vorwissenschaftliche Arbeit im Rahmen der Matura mit dem Titel: Wer ist Jude? Debatte zwischen Fremd- und Selbstbild.

 

hh

In der vorletzten Schulwoche fuhren wir, die Klasse 4B,  mit der Schnellbahn nach Langenzersdorf und marschierten in die Seeschlacht.

Nachdem wir unser Frühstück genossen hatten, machten wir den Spielplatz unsicher, der im Schatten unter vielen alten hohen Bäumen lag.

Danach ging es zum Fußballplatz und zum Basketballplatz.

Nach einem stärkenden Mittagessen und Singen von bekannten Liedern, marschierten wir wieder zur Schnellbahn und kamen wohlbehalten in der ZPC an.

 

Marion Sternberg

Nach einer angenehmen Wanderung von der Schnellbahnstation zur Burg wurden wir schon von unserer Führerin erwartet. Sie zeigte uns den Rittersaal und erklärte uns, dass diese Burg eigentlich ein Nachbau ist, da die ursprüngliche Anlage zerstört worden ist.

Wir besichtigten den Brunnen und erfuhren von seiner Wichtigkeit, da er die Versorgung mit Wasser sicherstellte.

In der Ritterküche sahen wir nicht nur alte Waffeleisen, Töpfe und Pfannen, sondern lernten auch, dass sich die Küche immer tief unten im Keller befand, da es keine Geräte zur Kühlung gab und so die Speisen frisch blieben durch die Kälte, die da unten herrschte.

Nach der Besichtigung der Burg marschierten wir zur Adlerwarte und genossen eine wunderbare Flugshow von Geiern, Falken, Adlern und Eulen.

Wir waren fasziniert!

 

Marion Sternberg

Mit der Bahn ging es nach Linz. Das war ein tolles Erlebnis mit 240km/h durch die Landschaft zu flitzen.

Kaum angekommen, machten wir uns sofort auf in die „ARS ELECTRONICA“ – dem Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsinstitut, zur Präsentation und Förderung von Kunst und Technik.

Dort kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus: Eine moderne Musikmaschine, ein Bösendorferflügel – vollelektronisch, verbunden mit einem Keyboard, Satellitenbilder und der bekannte Schrott im ALL, viele tolle Programme an den Computern zum Ausprobieren,…… und das DEEP SPACE!

WOW! UNS FEHLTEN DIE WORTE!

Danach ein bisschen Spielplatz am Donauufer und ein Bummel durch die Linzer Innenstadt.

Das war ein unvergessliches Erlebnis!

 

Marion Sternberg

Am letzten regulären Schultag in diesem Schuljahr fand der abschließende Workshop für die 3. Klassen AHS im Rahmen des Bar-/Bat-Mizwa-Clubs statt. Mit dem Religionslehrer beider Klassen wurde das Thema Eigenverantwortung im Kontext der jüdischen Identität behandelt. Wie wichtig ist mir mein Judentum? Wie zeige ich mein Judentum?

Dies waren Leitfragen, die Schülerinnen und Schüler der beiden Klassen, die sie anfangs über Smartphones beantworteten. Im Anschluss daran wurde die Thematik weiter im Rahmen von religiösen Quelltexten – und auch einem Comic-Ausschnitt – behandelt und der Film „Anatevka“ gesehen, der am Ende noch interpretiert und Lehren aus diesem gezogen wurden.

Es war, so die Hoffnung, ein prägendes Seminar, dessen Erkenntnisse diese jungen Erwachsenen nicht nur mit in die Sommerferien, sondern ihr weiteres Leben nehmen werden.