Geschichte
| 1919 | Eröffnung des "Jüdischen Privatrealgymnasiums" am 1.Oktober in 1010
Wien, Drahtgasse 4 mit 122 Schülerinnen und Schülern. Da der Staat Österreich
und die Gemeinde Wien nicht bereit waren, Subventionen zu leisten, musste
die Schule ausschließlich von Schulgeldern, Spenden und Subventionen
seitens der jüdischen Gemeinde erhalten werden. Eine ständige, bisweilen
existentielle Finanzierungskrise prägte die gesamte Schulgeschichte
der 1. Republik, niemals war es möglich, die Lehrergehälter am Monatsersten
zu bezahlen. Das neugegründete Privatgymnasium wurde hauptsächlich von
den galizischen Juden besucht, die nach dem Ende der Monarchie zu Ausländern
wurden und daher nicht in öffentlichen Schulen aufgenommen wurden. Weitere Charakteristika: |
| 1921 | Verleihung des (auf jeweils ein Jahr beschränkten) Öffentlichkeitsrechts. |
| 1923 | Übersiedlung in die Castellezg. 35, 1020 Wien. |
| 1927 | Umbenennung in Chajesrealgymnasium nach dem Tod des gleichnamigen
Oberrabbiners und Schulgründers. Die erste Matura legen nur 27 (von 122 Schulanfängern im Jahr 1919) ab. |
| 1935/36 | Übersiedlung des Zwi Perez Chajes Gymnasiums in die Staudingergasse, 1020 Wien. Eröffnung der Volksschule der Kultusgemeinde in der Castellezgasse 35. |
| 1938 | Obwohl Hitler am 12. Februar die deutsche Wehrmacht einmarschieren
lässt und am folgenden Tag den "Anschluss" Österreichs ans Deutsche
Reich proklamiert, wird die (letzte) Matura noch abgehalten (das österreichische
Unterrichtsministerium wird erst später vom deutschen "Ministerium für
innere und kulturelle Angelegenheiten Abteilung 4, Erziehung, Kultus
und Volksbildung" abgelöst). Dabei sprach Dir. Dr. Viktor Kellner folgende
Worte: "Ich weiß nicht, welche Zukunft ihr vor Euch habt. Aber eines
kann ich Euch mit Sicherheit sagen: Man wird länger Schma Israel als
Heil Hitler sagen." Im Dezember lässt er sich pensionieren und wandert
nach Palästina aus. Sein Nachfolger wird Dr. Emil Nohel. |
| 1939 | Am 17.Oktober wird die Schule durch das NS-Regime geschlossen. |
| 1939-1941 | Bis Anfang 1941 ist ein Schulbetrieb für jüdische Kinder noch möglich: Volks- und Hauptschulunterricht und Vorbereitungskurs zur Auswanderung jüdischer schulpflichtiger Kinder. |
| 1941-1945 | Die Schule dient als Sammellager für den Transport von Juden in Konzentrationslager. |
| 1945-1983 | Vermietung des Gebäudes an den KZ-Verband. |
| 1979 | Planung einer jüdischen Volksschule. |
| 1980 | Eröffnung der Volksschule 1010 Wien, Seitenstettengasse 4. |
| 1983 | Umbau des Gebäudes in 1020 Wien, Castellezgasse 35. |
| 1984 | Übersiedlung von Kindergarten und Volksschule. Eröffnung der 1. AHS-Klasse. |
| 1988 | Aufstockung des Gebäudes für die AHS-Oberstufe. |
| 1991 | Grundsteinlegung für den Zubau, Eröffnung von Parallelklassen in der Volksschule. |
| 1992 | Erste Matura |
| 2006 | Grundsteinlegung des ZPC Campus |
| 2008 | Eröffnung der ZPC Schule am neuen Standort in der Simon-Wiesenthal-Gasse 3 |

