Freispiel
Freispiel bedeutet „freies Spiel“ und auch „ freies Tun“.
Das Kind wählt im Freispiel selbst:
- Spielmaterial,
- Spielpartner,
- die Spieldauer,
- den Spielort.
Es geht um Spaß und nicht darum, ein sichtbares, vorzeigbares Ergebnis zu erreichen. Die Kinder können sich im Freispiel eigenverantwortlich und nach ihrem individuellen Rhythmus entwickeln. Sie haben die Möglichkeit ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu verwirklichen.
Sie lernen spielerisch soziales Verhalten:
- aufeinander zugehen,
- Kontakt aufnehmen,
- sich durchsetzen,
- nachgeben,
- Gruppen- und Spielregeln beachten,
- Rücksicht nehmen,
- im Rollenspiel alltägliche Situationen durchspielen und verarbeiten,
- sich an Neues heranwagen und eventuell Misserfolgeaushalten,
- den anderen helfen,
- teilen,
- Freundschaften schließen,
- Spaß am gemeinsamen Spiel erleben.
Dieser wichtige Prozess kann jedoch nur dann passieren, wenn wir Erwachsene uns zurücknehmen und es zulassen !
Nur wenn wir spüren, dass die Kinder von der Situation überfordert
sind oder sie eigene Grenzen nicht mehr wahrnehmen, bringen wir uns
helfend ein. Wir versuchen dann, die Gefühle und das Handeln der Kinder
deutlich zu machen und eine Lösung zu finden.
Gemeinsam suchen wir Wege, um Konflikte zu bewältigen.
Gefördert wird im Freispiel:
- Konzentration und Ausdauer,
- das Gedächtnis,
- Fingerfertigkeit (schneiden, kneten, Legespiele),
- Erlebtes und Gesehenes beim Malen verarbeiten,
- Phantasien ausleben,
- selbständige Erfahrungen mit unterschiedlichen Materialien machen,
- Einsicht in Ordnung und Regeln
Voraussetzungen für effektives Freispiel sind:
- vorbereitete Umgebung Dazu gehören die Auswahl und regelmäßige Überprüfung des zur Verfügung stehenden Materials; eine gleich bleibende Ordnung, an der die Kinder sich orientieren können; Impulse durch bereitgestellte Gegenstände.
-
Beobachtung
Die Beobachtung ist die Grundlage für eine effektiv geführte Freispielphase. Die ständige
Beobachtung ermöglicht der PädagogIn auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes, aber auch
auf die Bedürfnisse der Gruppe einzugehen und den Kindern die Anregungen und Hilfestellungen
zu geben, die sie brauchen.
Effektive Beobachtung erfordert Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen -
Gewährleistung der Freiheit des Kindes durch die PädagogIn.
Das Freispiel lebt von der Freiheit des Kindes anfallende Entscheidungen selbst zu treffen.
Das Freispiel sollte einen großen Raum (auch Zeitraum) einnehmen, denn durch die Vielfalt von Tätigkeitsprozessen im Wahrnehmen, Bewegen, Handeln, Reden und Spielen können die Kinder einen grundlegenden Aufbau Ihrer Persönlichkeit erfahren. Gerade durch solche Erfahrungen sind sie für die komplizierte Welt, die auf sie wartet, am besten gerüstet.

